Kinder mit Behinderung

Das Child Care Project unterstützt Familien, die ein Kind mit Behinderung großziehen. Die Kinder erhalten medizinische Untersuchungen, Medikamente, Nahrungspakete und Hygieneartikel. Darüber hinaus können sie durch eine persönliche Patenschaft weitere Hilfe bekommen.

Behinderte Kinder haben in Uganda, besonders in sozial schwachen Familien, ein schweres Los gezogen. Meistens handelt es sich, aufgrund fehlender Impfungen, um die bei uns ausgestorbene Kinderlähmung. Durch die Geburt des Kindes können nicht mehr beide Elternteile arbeiten, wodurch die Familie noch ärmer wird. Soziale Hilfe durch den Staat gibt es in Uganda leider nicht.

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Joel Kabuye

Geburtsdatum: 2010
Krankheit: Zerebral-Malaria, Epilepsie
Folgen: Steife Glieder, er kann nicht alleine laufen

 Joels Situation war sehr kritisch als wir ihn zum ersten Mal besuchten. Er war sehr verwahrlost und reagierte kaum auf äußere Einflüsse. Da er zusammen mit seiner über 90 Jahre alten, kranken Urgroßmutter lebte, bekam er nicht die Aufmerksamkeit und Pflege, die er eigentlich bräuchte. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters seiner Urgroßmutter, war diese nicht in der Lage ihn hochzuheben, um ihn beispielsweise zu waschen, mit ihm Laufen zu üben, geschweige denn ihn richtig zu versorgen. Wo seine Eltern sind ist unbekannt. Sie haben ihren Sohn verstoßen und wollen nichts mit ihrem behinderten Kind zu tun haben.

Joels Beine können ohne Schmerzen von einer anderen Person bewegt werden. An eine Wand gelehnt kann er sogar mit ausgestreckten, steifen Beinen gehen sowie sich auch auf allen vieren fortbewegen. Seine Behinderung betrifft nur seinen Körper, sodass es ihm auch möglich wäre irgendwann eine Schule zu besuchen.

Joel bekam eine neue Matratze, neue Kleidung, Essen und Seife. Die Dinge, die er und seine Urgroßmutter bekamen, werden von ihr sehr sparsam gebraucht. Wir haben es zudem geschafft, mit ihm in das Krankenhaus in Kampala zu gehen, wo er nun zusammen mit seiner Großtante zur Physiotherapie geht. Außerdem hat er eine Gehhilfe, mit der er das Laufen üben kann und eine Stehhilfe erhalten. Je mehr Liebe und Zuwendung Joel bekam, desto mehr blühte er auf und nahm mehr an seinem Umfeld teil. Man konnte sehen wie glücklich er über die neuen Entwicklungen war.

Mittlerweile lebt Joel bei seiner Großtante und hat so die Möglichkeit, mit Hilfe einer Geh- und Steh-Hilfe laufen zu lernen.

Sharifa Nabunnya

Geburtsdatum: 03.07.2001
Krankheit: Poliomyelitis
Folgen: Deformiertes und verkürztes linkes Bein, deformierter Rücken aufgrund der zu kleinen Holzkrücke

 

Als wir Sharifa das erste Mal trafen konnte sie sich nur mit Hilfe einer einfachen
Holzkrücke fortbewegen. Die Krücke war ihr jedoch viel zu kurz und instabil geworden und zwang sie zu Verrenkungen. Dies führte zu einer außergewöhnlichen Belastung ihrer Hand und einer Fehlstellung ihres Rückens. Neben zwei neuen, in der Höhe verstellbaren Krücken, die eine gleichmäßige Belastung ihrer Schultern gewährleisten sollen, kauften wir ihr ebenfalls einen neuen Rucksack für die Schule in ihrer Lieblingsfarbe blau, um ihr den Transport der Schulmaterialien zu erleichtern, sowie eine neue Matratze, eine neue Schuluniform, Nahrung und Hygieneartikel. Momentan lebt sie bei ihrer Großmutter, Namboze Topsta. Ihre Mutter hat weitere 4 Kinder und wohnt in der Hauptstadt Kampala. Da sie nur einen kleinen Job als Kellnerin hat, ist es ihr nicht möglich Sharifa regelmäßig zu besuchen und sie finanziell zu unterstützen.

Sharifa geht momentan in die 6. Klasse einer nahegelegenen Grundschule und wird diese noch bis zur 7. Klasse besuchen. Danach kommt sie auf eine weiterführende Schule. Die nächste ist jedoch weit entfernt. Hier müssen wir eine Lösung finden, da Sharifah so weite Strecken nicht laufen kann und wir ihr einen Transport zur Schule und zurück ermöglichen müssen, damit wir ihren Wunsch weiterhin zur Schule zu gehen, erfüllen können.

Aufgrund fehlender finanzieller Mittel ist es uns nicht möglich gewesen Sharifah einen dringend benötigten, speziell an sie angepassten Schuh zu besorgen und eine alltägliche Versorgung zu gewährleisten.

Daphine Nandya

Geburtsdatum: 2011
Krankheit: Infantile Zerebralparese
Folgen: Bewegungsstörungen infolge von Hirnschädigung, Taubheit

Als Daphine drei Tage alt war bekam sie Gelbfieber und musste für einen Monat ins Krankenhaus. Ein paar Wochen später wurde bei ihr Meningitis diagnostiziert. Infolge dieser Krankheiten leidet sie nun an starken Fehlstellungen und Dysfunktionen von Kopf und Gliedern. Ihr Kopf wird permanent viel zu sehr überstreckt, was zu Atemproblemen und Schmerzen führt, und ihre Beine sind verdreht. Ihre Situation hat sich seit einer geraumen Zeit nicht verändert und so fanden wir sie bei unserem ersten Besuch bei ihr und ihrer Großmutter, die sich sehr liebevoll um ihr behindertes Enkelkind kümmert, vor. Daphine’s Mutter war 14 Jahre alt, als sie schwanger wurde. Den Vater lernte sie in der Schule kennen. Nach der Geburt wurde die Mutter von ihren Eltern weggebracht und Daphine’s Vater brachte sie zu der Großmutter, die sich seit dem um sie kümmert. Er schickt Geld wenn er kann, doch dies ist nicht oft der Fall, da er sich mit Gelegenheitsjobs durchschlägt. So ist die Großmutter, Nassozi Hariet, ganz auf sich alleine gestellt mit noch vielen weiteren Kindern.

Auch Daphine bekam von uns eine neue Matratze sowie Essen und Seife. Daphine benötigt dringend einen neuen, großen Stuhl, der auch ihren Kopf unterstützt, denn aus dem alten ist sie schon längst herausgewachsen. Daphine’s Großmutter wünscht es sich sehr, dass sie diesen bald bekommt, damit Daphine auch mal draußen in der Sonne sitzen kann. Doch im Moment ist es uns nicht möglich ihr diesen Wunsch zu erfüllen.

Einen weiteren großen Wunsch der Großmutter konnten wir aber verwirklichen. Wir haben Daphine in ein Krankenhaus gebracht und konnten sie von einem Arzt untersuchen lassen. Daphine bekommt nun Medikamente, die ihre Schmerzen lindern sollen und einmal im Monat Physiotherapie, die sie vor ein paar Jahren aufgrund fehlender finanzieller Mittel abbrechen musste. Ihre Großmutter wird nun die von der Physiotherapeutin angeordneten täglichen Übungen mit Daphine machen und so wird sich hoffentlich bald ihr Zustand wenigstens ein bisschen verbessern.

Daphine’s Großmutter besitzt ein Stück Land, das sie jedoch nicht alleine bestellen kann. Unser Ziel ist es einen Plan aufzustellen, damit sie dieses richtig nutzen kann, um sich und die vielen Kinder und vor allem Daphine selbst zu versorgen.