Fraueninitiative

Das Child Care Project unterstützt alleinerziehende Mütter dabei, aus ihrer bitteren Armut herauszukommen und eine stabile und nachhaltige Existenz für sich und ihre Kinder aufzubauen. Die Mütter, deren Kinder unsere Schule besuchen, bekommen eine bescheidene finanzielle Hilfe, um mit ihren kleinen Textil- oder landwirtschaftlichen Unternehmen über die Runden zu kommen. Weiterhin werden Trainingskurse für sie geplant, durch die sie sich Fähigkeiten zur erfolgreichen Unternehmensführung aneignen können.

Wenn diese Frauen wirtschaftlich unterstützt werden, kann dies garantieren, dass ihre Kinder genug essen und in die Schule gehen. So ermöglichen wir nicht nur eine bessere Lebensqualität für diese Familien, sondern auch nachhaltige Zukunftsperspektiven für die Kinder, durch Bildung auf dem Arbeitsmarkt viel weiter zu kommen.

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Auf unserer früheren Ugandareisen hatten wir auch die Möglichkeit, mit drei Frauen zu reden und zu erfahren, mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen haben. Im Folgenden finden Sie Berichte zu den einzelnen Schicksalen:

 

Zahara Nangobi

DSC_0676Zahara ist 30 Jahre alt und hat vier Kinder. Zwei von ihnen besuchen unsere Schule, die anderen zwei sind bereits zu alt, sodass sie auf andere Schulen gehen müssen. Zahara verdient ihr Geld dadurch, dass sie Essbananen verkauft, aus denen meist Matoke (ein Brei aus Bananen) hergestellt wird. Auf unsere Nachfrage hin erklärte sie uns ihr Geschäftsmodell: Sie kauft eine ganze Staude Bananen (ca. 20 – 25 kg) für 30.000 UGX direkt vom LKW und verkauft diese dann innerhalb von ein bis drei Tagen auf dem Markt für ca. 33.000 UGX. Sie macht also in dieser Zeit gerade mal einen Gewinn von 3.000 UGX, was umgerechnet nicht einmal einem Euro entspricht. Selbst für Ugandische Verhältnisse ist dies ein sehr schlechtes Einkommen. Es ist kaum vorstellbar, wie Zahara mit ihren vier Kindern davon über mehrere Tage leben kann. Sie erklärte sagte, dass sie manchmal nichts isst und oft bei den Nachbarn mit essen darf. Manchmal muss sie auch ihre eigenen Bananen essen, was dann natürlich ihren Gewinn schmälert. Ihr Startkapital vom CCP hat sie für ihre Lebenserhaltungskosten (Miete, Medikamente, Schule d. Kinder, usw.) aufgebraucht und es fällt ihr oft sehr schwer, die 30.000 UGX aufzutreiben, um sich davon wieder eine Bananenstaude zu kaufen. Ein besonderes Problem für sie besteht darin, dass die Bananen teilweise schnell verderben, wenn sie bereits sehr reif sind und sie diese dann nicht in der kurzen Zeit verkauft bekommt. Auf unsere Frage hin, was sie am nötigsten bräuchte, antwortete sie, dass sie ein neues Startkapital bräuchte, um sich mehr Bananen kaufen zu können, um dann mehr zu verkaufen und mehr Gewinn zu machen. Dies halten wir jedoch für sehr fraglich, da sie es nach eigenen Angaben teilweise nicht einmal schafft die eine Staude zu verkaufen bevor diese verschimmelt. Es scheint unserer Meinung nach somit nicht genügend Nachfrage vorhanden zu sein, um mehr Bananen in der gleichen oder in kürzerer Zeit zu verkaufen. Was Zahara also neben Geld braucht, wäre Hilfe bei der Planung ihres Geschäfts. Wir fragten sie, ob sie lieber etwas anderes tun würde um ihr Geld zu verdienen, doch das verneinte sie, da sie das mit den Bananen bereits so lange gemacht hat und gut könne. Vielleicht müssen wir sie jedoch trotzdem überzeugen etwas anderes zu tun, um mehr Profit zu machen. Auf den Straßen gibt es etliche Bananenverkäufer, es ist ein sehr hartes Geschäft und vielleicht können wir etwas für sie finden, womit sie mehr Geld verdienen kann.

 

Eseza Badza

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Eseza ist 22 Jahre alt und Mutter von fünf Kindern. Zwei davon sind ihre leiblichen Kinder, die anderen drei sind Kinder von ihrem Bruder, welche sie bei sich aufgenommen hat nachdem dieser verstorben ist. Ein Kind ist auf unserer CCP Schule. Ihr Ehemann ist im Februar 2014 an Darmproblemen gestorben. Was genau passiert war konnten wir leider nicht herausfinden, die medizinische Versorgung in den kleineren Städten und Dörfern ist leider schlecht, vielleicht konnte Eseza es deshalb auch selbst gar nicht so genau sagen.

Sie verdient ihren Lebensunterhalt dadurch, dass sie Kohle verkauft und als Näherin arbeitet. Sie hat dafür eine eigene Nähmaschine. Die Kohle kauft sie in einem großen Sack für 27.000 UGX und verkauft diesen innerhalb von drei Tagen für insgesamt 37.000 UGX. Mit ihren Näharbeiten verdient sie am Tag durchschnittlich 2.000 UGX. Ihr bleiben somit für das tägliche Leben mit fünf Kindern ca. 5.000 UGX am Tag. Für eine sechsköpfige Familie ist dies eindeutig zu wenig.

Eseza wird seit dem Tod ihres Mannes vom CCP unterstützt. Allerdings standen uns bisher noch kaum Mittel zur Verfügung, mit welchen wir den Müttern unter die Arme greifen konnten.

Eseza bräuchte nach eigenen Angaben mehr Kapital für ihr Geschäft, um mehr Gewinn machen zu können. Auf unsere Frage hin, ob sie mit einer anderen Arbeit mehr Geld verdienen könnte, antwortete sie uns, dass sie gerne Secondhand Kleidung verkaufen würde. In Kampala kann man einen großen Sack, der etwas mehr als einen Kubikmeter unsortierte Secondhand Kleidung aus Europa enthält, für 600.000 UGX, also ca. 160 €, kaufen (Das sind also die Kleider, die wir zu Hause in die Altkleidercontainer werfen). Diese Kleidung könnte sie dann nach ihrer Kalkulation innerhalb von einer Woche für 800.000 UGX in den Dörfern verkaufen. Wenn diese Rechnung aufgeht, dann könnte sie dadurch ihr Einkommen vervielfachen.

Safina Naiiuma

DSC_0763Safina ist 30 Jahre alt und hat vier Kinder. Zwei davon gehen zu unserer Schule, die anderen zwei sind bereits zu alt, sodass sie auf eine andere Schule gehen müssen. Safinas Mann ist letztes Jahr bei einem Verkehrsunfall gestorben. Sie hat eine Nähmaschine und einen kleinen Kaufmannsladen, wie so viele Leute hier in den Dörfern in Uganda. Außerdem ist Safina die Köchin in unserer Schule. Ihre Arbeit mit der Nähmaschine bedeutet für sie meist die Herstellung von Schuluniformen. Als Köchin verdient Safina 100.000 UGX monatlich, mit ihrem Laden im Durchschnitt 60.000 UGX und mit ihrer Nähtätigkeit schwankt das monatliche Einkommen zwischen 40.000 bis 80.000 UGX. Somit bleibt Safina mit ihrer Familie zwischen 6.500 und 8.000 UGX am Tag.

Auch Safina bräuchte mehr Kapital, um mehr Waren für ihren Laden kaufen zu können, da dieser zumeist recht leer ist, weil sie nicht das Geld hat, um den Warenbestand zu vergrößern.

Wir haben vor, individuelle Business-Pläne zu entwerfen, da es unserer Meinung nach nicht ausreicht, einfach nur weiteres Kapital zur Verfügung zu stellen.